04.01.2013, 11:19 Uhr | t-online.de
Eigentlich gilt Jupp Heynckes als sehr moderater Zeitgenosse. Der Bayern-Coach überlegt lieber zweimal, bevor in seinen Statements irgendetwas Kritisches ihm über die Lippen kommt. Doch im Trainingslager im fernen Katar haute der 67-Jährige plötzlich kräftig auf die Pauke. Erst lobte sich Heynckes in den höchsten Tönen selbst, dann lästerte er über so manche Trainerkollegen. Was ist nur mit Heynckes los?
"Masterplan, das haben die jungen Trainer heute, die Konzept-Trainer und Laptop-Trainer, die gekommen und gegangen sind in der Liga. Die machen so was. Ich habe klare Vorstellungen", sagte Heynckes im Pressegespräch im Rahmen des Trainingslagers.
Wen der Bayern-Coach mit seiner Schelte konkret meinte, ließ er indes offen. Doch der aktuell älteste Bundesliga-Trainer strotzt derzeit nur so vor Selbstvertrauen. Angesichts der herausragenden Vorrunde durchaus nachvollziehbar.
"Der FC Bayern hat solch einen modernen, attraktiven, zeitgemäßen Fußball noch nie gespielt in seiner ganzen Historie", sagte Heynckes. Der Trainerfuchs weiß allerdings, dass er sich mit solchen Aussagen weit aus dem Fenster lehnt.
Bereits in der Vorsaison zelebrierte der FC Bayern im ersten Saisondrittel Feinkost-Fußball, der Präsident Uli Hoeneß zur Äußerung verleitet hatte, "Heynckes hat Fußball zur Kunst erhoben". Das Ende ist bekannt: Der FC Bayern kam in allen drei Wettbewerben als Zweiter ins Ziel und blickt auf eine der bittersten Spielzeiten aller Zeiten zurück.
Der Rekordmeister zog daraus die Lehren und ließ sich in der Hinrunde nicht zu markigen Sprüchen verleiten. Nach der Heynckes-Ansage ist ab sofort Schluss mit Understatement. Der Coach hat den Druck, endlich wieder Titel zu gewinnen, nochmals erhöht. Und ganz nebenbei Werbung in eigener Sache betrieben.
Schließlich wollen Trainer und Klub im März entscheiden, mit welchem Coach der FC Bayern in der kommenden Saison ins Rennen gehen wird. Der Vertrag von Heynckes läuft am Saisonende aus. Nach den jüngsten Aussagen deutet allerdings vieles darauf hin, dass Heynckes noch das ein oder andere Jahr dranhängen möchte.
Quelle: t-online.de
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